Skripting in Windows 7 Benutzerkontensteuerung (User Access Control enable LUA)
durch die Benutzerkontensteuerung in Windows Vista / Windows 7 laufen viele Skripts nicht wie von Windows 2000 / XP gewohnt. Warum und was dabei zu beachten ist erfährst du hier.
Unterschied Windows 2000 / XP zu Windows Vista / 7
Ein Administrator Benutzer unter Windows Vista / 7 hat bei eingeschalteter Benutzerkontensteuerung nur normale Benutzerrechte. Der Benutzer erhält aber einen Token mit dem mehr Rechte von einem Programm angefordert werden können.
Das heißt: sämtliche Skripts verhalten sich mit eingeschalteter Benutzerkontensteuerung so als würden sie unter einem normalen Benutzer-Kontext ausgeführt werden.
Programme können sich (wenn vorgesehen) selbst mehr Rechte verschaffen (müssen allerdings den Benutzer um Erlaubnis fragen) sieht z.B. beim starten von Regedit folgendermaßen aus:
Der Vorgang bei dem einem Skript bzw. Programm mehr Rechte verliehen werden nennt man "Elevation"
Das Skript / Programm bekommt durch diesen Vorgang wirkliche Administratorrechte verliehen. Dabei ist kein Kennwort erforderlich, der Benutzer muss die Warnung nur bestätigen.
Um ein Skript / Programm mit wirklichen Administratorrechten ausführen zu können gibt es mehrere Möglichkeiten:
bei .exe Dateien genügt ein einfacher rechts klick auf die Datei und:
"Als Administrator ausführen"
Hintergrund:
Mit Hilfe des cmd-Befehles whoami /ALL /FO List
wird ersichtlich, dass bei einem richtigen Administratoruser (cmd wurde mit "Als Administrator ausführen" gestartet) sämtliche Berechtigungsinformationen deaktiviert sind, bei normalem Aufruf des Befehles in der cmd sind diese Einschränkungen aktiv.
Skripts mit Zugriff auf ein Netzlaufwerk:
Mal angenommen wir schreiben ein Skript welches auf ein Netzlaufwerk zugreift.
Das Netzlaufwerk wird mit eingeschaltetem UAC vom Benutzer verbunden.
Wird das Skript jetzt mit "Als Administrator ausführen" gestartet kann es nicht mehr auf die Netzwerkressource zugreifen, da das Netzlaufwerk ja unter dem normalen Benutzerkontext verbunden wurde.
Elevation PowerToys for Windows Vista / 7
bei VBScripts geht "Elevation" beispielsweise nur über Umwege ("Als Administrator ausführen" ist nicht verfügbar)
eine Möglichkeit VBSkript Dateien oder andere Skripts mit eingeschalteter UAC mehr Rechte zu verleihen geht mit den Elevation PowerToys for Windows Vista: technet.microsoft.com/en-us/magazine/2008.06.elevation.aspx
Durch Installieren der Elevation PowerToys for Windows Vista erscheint beim Rechtsklick auf die vbscript-Datei ein neuer Eintrag: "Run as Administrator"
UAC deaktivieren
Eine andere Möglichkeit ist es die Benutzerkontensteuerung (UAC) einfach abzuschalten:
entweder in "Systemsteuerung", "Benutzerkonten", "Einstellungen der Benutzerkontensteuerung ändern" den Schieber auf "Nie benachrichtigen"
oder in der Registrierung: regedit:
unter HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System\EnableLUA auf 0 (im Suchfeld: regedit eingeben, zu dem gewünschten Key navigieren und die Änderung eintragen)
Der Wert kann auch mit einem cmd-Befehl gesetzt werden:
reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System" /v "EnableLUA" /t "REG_DWORD" /d "0" /f
(kann in einer Batch Datei verwendet werden, alles zum Thema Batch / cmd findest du hier: Windows Batch )
Bei dem "reg add" Befehl ist wieder zu beachten, dass die Batchdatei von Haus aus nicht die Rechte hat um den Wert in die Registrierung zu schreiben.
Eine Möglichkeit der Datei die Rechte zu verleihen ist wieder: "Als Administrator ausführen". Dies kann direkt auf die .cmd Datei gemacht werden, oder die Eingabeaufforderung wird mit "Als Administrator ausführen" gestartet und anschließend der Befehl eingegeben.
UAC kann auch mit dem Tool TweakUAC ausgeschaltet werden:
TweakUAC macht genau das Selbe wie die Windows interne Funktion: "Einstellungen für Benutzerkontensteuerung"
Damit der Computer Änderungen an der UAC übernimmt (egal mit welchem Tool diese gesetzt wurden), muss er neu gestartet werden.
Ist die UAC einmal deaktiviert, können Dateien und Skripte wieder wie von Windows 2000 / XP gewohnt ausgeführt werden. (ist natürlich ein Sicherheitsrisiko, deshalb sollte die UAC normalerweise nicht ausgeschaltet werden)
AutoIt
AutoIt Skripts können dazu gezwungen werden den wirklichen Administrator zu laden (sieht dann ähnlich wie das oben angeführte Beispiel mit "regedit" aus: der Benutzer wird um Erlaubnis gefragt ("Run as Administrator" kann also nicht vergessen werden)
Befehlszeile: #RequireAdmin
Bespielsweise Abschalten der UAC per AutoIt:
#RequireAdmin
RegWrite("HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\System", "EnableLUA", "REG_DWORD", "1")
mehr zum Thema AutoIt: AutoIt3
Unattended oder Silent Installation bei eingeschalteter UAC mittels Gruppenrichtlinie
Aufgaben bei denen der Benutzer nicht merken soll, dass an seinem Rechner per Skript Änderungen vorgenommen werden gestalten sich mit eingeschalteter UAC fürs 1te eher schwierig.
Ein möglicher Ansatz ist folgender:
Mittels gpedit.msc kann beim Starten des Rechners ein Skript ausgeführt werden, welche die UAC komplett ignorieren (das Skript wird dann beim hochfahren des Rechners gestartet und läuft im Hintergrund, auch wenn sich der Benutzer bereits angemeldet hat)
einzustellen unter: "Computerkonfiguration" "Windows-Einstellungen" "Skripts" "Starten":
das Starten des Skriptes ist dann in der Registrierung unter: HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Group Policy\Scripts\Startup\x\x\ ... hinterlegt.
Um in diesen Teil der Registrierung schreiben zu können benötigen wir aber wieder die Zustimmung des Benutzers (bei eingeschalteter UAC).
Ohne Zustimmung geht es wenn wir die Gruppenrichtlinie am Domaincontroller eintragen. (Gruppenrichtlinienverwaltung)
Zu berücksichtigen: wenn das Skript auf einem Netzlaufwerk liegt, muss der Computer auch ohne Authentifizierung Zugriff auf den Share (Netzwerkfreigabe) haben. Möglich wäre auch ein am Rechner abgelegtes Skript (c: ..) welches mit Hilfe von net use eine Freigabe verbindet und dann das Skript auf dem Share startet. (Grundsätzlich ist das Netzwerk beim Starten des Rechners schon verfügbar; Freigaberechte in einer Domäne beispielsweise: lesen für Domain Computers, dann können User mit dem Share fürs 1te so ohne weiteres nichts anfangen)